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„Der Zauberwald“       -   „Rhododendron“   -    „Reise der Gefühle“

 

Leseprobe aus dem neuen Kinderbuch:

„Die Gartenzwerge in Eiszapfen“

 

Prinzessin Theresia lebte mit ihren Eltern und den beiden  Brüdern Tim und Tom auf Schloss Hohenfels bei ihrer Großtante Gräfin Bernadette. Das Schloss hatte viele Gemächer und Gäste besuchten das Schloss, um dort Urlaub zu machen. Die Eltern hatten immer viel zu tun, um es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen.

 

Als Theresia, auch Tessi genannt, zehn Jahre alt war, spielte sie mit ihren Brüdern, den Zwillingen Tim und Tom (sieben Jahre), im Schlossgarten Verstecken. Tom hatte sich hinter einer Freitreppe versteckt, als er sein Versteck dadurch verriet, in- dem er ganz aufgeregt seinen Geschwistern zurief: „Kommt schnell, da ist ein unterirdischer Gang!“ Prinzessin Theresias Herz klopfte: „Meine Güte, wo mag der wohl hinführen?“ Tim und Tom waren weniger aufgeregt, aber sie hielten sich trotzdem aneinander fest, als die drei den dunklen Gang er- forschten. Da sie nichts sehen konnten, gingen sie noch einmal zurück. In dem kleinen Vorraum lagen allerlei Kleingkeiten herum und da fand Tim eine alte Kerze und Tessi fand, wie es der Zufall wollte, Zündhölzer unter einem Holzschemel. Die Zünd- hölzer waren klamm, aber eins davon funktionierte, und sie zündete die Kerze damit an. Da sagte Tom: „Ist dort ein Verlies?“ „Das werden wir sehen“, sagte Tessi, seine Schwester, die die Kerze in ihrer Hand hielt. Und los ging’s. Das Licht der Kerze zeigte ihnen den Weg. Und so kam man langsam aber sicher und mit viel Herzklopfen aber abenteuerlich und mutig immer weiter ins Innere des unterirdischen Ganges. Tessi lief geradeaus weiter, als Tim rief: „Tessi, halt an!“ „Oh, hast du mich erschreckt, Tim“, sagte Tessi. „Schau mal, da ist eine Öffnung in der Wand!“

Sie war groß genug, damit die Kinder hinein-schlüpfen konnten.

Zuerst Tessi mit der Kerze und dann die Zwillinge.

Nun standen sie da in einem kleinen Vorraum und schauten sich um, aber alle Wände waren zugemauert. Tom jammerte: „Sind wir jetzt im Verlies?“ „Oh Tom, sagte Tessi genervt, du mit deinem Verlies! Lasst uns erst einmal hier alles begutachten.“ Aber das einzige, was da war, war eine zugemauerte Tür in einem Torbogen aus Sandsteinen. Tim drehte sich um und wollte zurückgehen, als Tessi leise bemerkte: „Schaut doch mal, die Steine lassen sich bewegen, kommt und helft mir, das sind Backsteine, die bekommen wir heraus!“

Die Tür war nicht sonderlich groß, denn früher waren die Menschen kleiner als heute. So hatten die Kinder bald ein Loch und schlüpften hindurch. Eine geheimnisvolle Höhle öffnete ihre Pforte:

Die Decke glitzerte wie ein Sternenhimmel in einer glasklaren Winternacht und genauso kalt war es auch. Die drei Kinder staunten nicht schlecht, denn  Eiszapfen ergaben wahre Wunderwerke. Es bildeten sich sogar Säulen aus Eis und in den Säulen befanden sich Gartenzwerge mit grünen Schürzchen, roter Zipfelmütze, weißen Hemdchen, eine Hose und braunen Stiefelchen. Gartengeräte hielten sie in der Hand wie ein Gießkännchen, Spaten oder Harke. So wie man sie kennt, nur dass sie in einer Säule aus Eis eingefroren waren.

Tessi, Tim und Tom gingen los, um die Eishöhle zu erkunden, als auf dem Boden Wellen aus Tüchern entstanden und die Kinder  leicht schwebend darüber hinwegtorkelten.

Mit der Zeit vergaßen sie die Eiseskälte, obwohl sie nur Sommerkleidung trugen.

Prinzessin Theresia hatte ein hübsches Kleid an, in rose gehalten, die dunklen Locken fielen auf die Schulter und die beiden Prinzen trugen eine dunkle Hose mit hellem Hemd.  Wenn sie unter einem Eiszapfen stehen blieben, tropfte den Jungs ein dicker Wassertropfen auf ihr dunkelblondes Haar  und sie erschraken so, dass sie schnell weiter- schwebten.

Tim und Tom gefiel es, sich auf diese Art  fortzubewegen. Nur mussten sie aufpassen, dass sie die Säulen mit den Gartenzwergen nicht anrempelten. Es standen da  mindestens hundert von diesen Säulen mit den kleinen Männchen drinnen.

Tim und Tom schauten noch auf den Boden, als sie vor Tessi aufblickten und sich eine wuchtige Schwingtür  vor ihnen öffnete. Ebenso wuchtig war die Freitreppe in Trapezform, die sich daran anschloss. Die Kinder konnten  nicht erkennen wohin die Treppe führte, denn unterhalb der Treppe war alles dunkel bis tiefschwarz.

Es war unheimlich, denn am Ende der gemauerten Seitenwangen befanden sich zwei Löwenköpfe, einer links, einer rechts. Tessi hielt Tim und Tom am Ärmel fest: „Vorsicht Jungs, da unten ist die Hölle, aber wir müssen da durch, denn ich habe die Kerze verloren! Es gibt kein Weg zurück.“ Tim und Tom sahen sich an und grinsten: „Wir passen auf dich auf Tessi.“

Als Tim den ersten Fuß auf die Treppe setzte, erschien ein Spiegel über der gesamten Treppenstufe. Tessi mit ihrem Kleidchen wagte sich nicht, darauf zu treten. „Aber Tessi, das ist doch nicht schlimm, wir schauen auch durch das Schlüsselloch deiner Tür, wenn du dich ausziehst“, kam es wie aus einem Mund. Tessi gab den beiden einen Klaps hinter die Ohrlöffel.

Dann versuchten sie noch einmal, einen Fuß vor den anderen zu setzen und siehe da, die ganze Treppe wurde ein Spiegel.

Tim und Tom schnitten Grimassen, aber Tessi zerrte sie die Treppe hinunter der Hölle entgegen………………..

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Der Zauberwald

 

 

Als der Hund bis Mitternacht nicht Ruhe gibt,

das alte Haus ächzt und knarrt,

und ich endlich einschlafe, da wird das Zimmer hell:

 

Großvaters Geist steht da.

Der Vorhang geht auf: Weit draußen steht die Wundermaschine!

 

Wir marschieren durch den Wald und

die Bäume bekommen Gesichter. Dicke Knollennasen,

schwulstigen Mund, rindenähnlich faltige Haut.

 

Wir laufen im Zick-Zack.

 

Sommerwiese mit Blumen, der Himmel blau,

dicke braune Schnecken mit klebriger Stimme.

 

Zurück mit Euch!

 

Hohe Tannen mit Schnee, eine Hütte in Sicht.

Eine Frau mit blauem Afrolook an der Tür,

kleine Feuerteufel am Kamin.

Das Gebräu der Frau, nicht genießbar!

 

 Weiter durch den Wald bis zum Steinbruch.

Großvater, wo bist du?

 

 Das Raumschiff fliegt los!

 

Ich wache auf:

Der Vorhang noch zur Seite, der Hund liegt vor dem Bett.

 

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Leseprobe aus der 2008 veröffentlichten Biographie:

„Rhododendron“

 

Ein majestätisches Hotel steht vor dem Wald

Hohe Fichten überragen es

Ein märchenhafter Park wie ein Gedicht:

 

Rhododendron

du wunderschöne Blume in Rot

 

Ein Gartenhaus versteckt hinter Eichenbäumen

Springbrunnen plätschert vor sich hin

Eine Miniaturburg aus Steinen erhebt sich

 

Rhododendron

du bezaubernde Blume in Lila

 

Ein Karussell mit Windmühle dreht sich im Kreis

Eine große Terrasse mit Blick übers Tal

 

Rhododendron

du traumhafte Blume in Weiß

 

Zwei schattenspendende Kastanien vor dem Hotel

Eine Hollywoodschaukel für Gäste

Blumen all überall

 

Aber Rhododendron,

blühe du in die Ewigkeit!

 

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Leseprobe aus

„Reise der Gefühle“

Der geschenkte VW


Es war an einem Dienstagnachmittag im Oktober. Ich unterhielt mich mit einem jungen Mann, der Gast in unserem Hotel war. Er erzählte mir, dass er früher schon mit seinen Eltern zu Gast war und mich gut kennt.

Ich konnte mich daran nicht erinnern. Er verehrte mich sehr, denn er schenkte mir jede Woche einen frischen Blumenstrauß.Der Grund unserer Unterhaltung war aber ein „Auto“. Genau genommen ein VW-Käfer in hellblau. Diesen VW wollte er mir unbedingt schenken. Er sagte, dass dieses Auto noch nie verkauft wurde, es wurde immer geschenkt.

Vorsichtshalber bot ich ihm an, das Auto zu bezahlen und nannte ihm einen Betrag. Er ging nicht darauf ein. So machte ich ihm den Vorschlag, einen Vertrag aufzusetzen.

Er war damit einverstanden. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht, wie wertvoll dieses Stückchen Papier einmal werden würde. Steuer und Versicherung waren vorerst bezahlt, er gab mir den Schlüssel und das Auto gehörte mir.

Den Führerschein hatte ich seit einiger Zeit aber kein Auto und somit keine Fahrpraxis. Also hoppelte ich erstmal über den Hof des Hotels.

Zwei Wochen später fragte ich einen Gast aus dem Hotel, ob er mit meinem Auto eine Probefahrt machen könne. Meiner Meinung nach machte der Motor merkwürdige Geräusche. Peter Maier, der Gast, kam zurück mit einem Lächeln auf dem Gesicht und sagte: „ Oh, das Auto fährt noch um die ganze Welt.“ Ich war beruhigt.

Als ich etwas später in die sieben Kilometer entfernte Stadt fahren wollte, fragte ich ihn, ob er mitfahren möchte. Er tat dies, und als wir auf der Landstraße entlangfuhren, kam plötzlich ein: Klack, Klack, Puff, Puff. Der geschenkte VW fuhr gerade noch auf eine Einbuchtung und dort blieb er stehen. Nichts geht mehr!

Nach dem ersten Schreck lachte ich und ärgerte Peter Maier: „ Ja, ja, um die ganze Welt!“ Er stieg aus und machte die Kühlerhaube auf. Mit großen Augen sah er mich an: „Wo ist denn der Motor?“ Ich sagte zu ihm: „Denkst du ein Auto fährt ohne Motor? Aber vielleicht schaut man ja einem geschenkten Gaul nicht ins Maul.“

Wir gingen nach hinten und öffneten die Heckklappe.

Oh, was für eine Überraschung, da war ja der Motor!

Die Werkstatt bestätigte an diesem Samstagnachmittag, dass der Motor mausetot war. Also bekam der VW einen Neuen.

So kam es, dass ich eine neue Arbeitsstelle hatte, an der Rezeption in einem großen Hotel im Schwarzwald.

Eines Tages klingelte das Telefon an der Rezeption und ich nahm ab. Es war Andreas Schneider, dieser Verehrer, der mir seinen hellblauen VW-Käfer geschenkt hatte. „Was willst du?“ fragte ich kurz und bündig.

„Ich hätte gern das Auto solange ich in Urlaub gehe, mein neuer Wagen ist noch nicht geliefert.“

„Das kannst du vergessen, ich bin auf das Auto angewiesen. Meine Arbeitsstelle ist 20 Kilometer entfernt von meiner Wohnung. Übrigens ist das mein Auto. „Aber du kannst es mir doch jetzt mal geben für den Urlaub.“ „Nein“, sagte Daniela forsch, „ Das kommt nicht in Frage.“

Sie hängte den Hörer auf und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Moni und Heike lachten sich kaputt, als sie die Geschichte hörten. Sie gaben Daniela einen guten Tip: „Fahr doch ein paar Dellen rein und leg ganz viele Blumen ins Auto, wenn du es zurückgibst.“

Aber daran hatte Daniela gar nicht gedacht.

Als Andreas Schneider wieder anrief, blöffte sie: „Ich war beim Rechtsanwalt, das Auto gehört mir! Du brauchst hier nicht mehr anrufen. Tschüß.“ Er kam nicht mehr zu Wort. Daniela beharrte auf ihr Recht, denn der Wagen lief bereits auf ihren Namen.

In dieser Nacht schlief sie äußerst unruhig. Wenn er einen Zweitschlüssel hatte und meine Adresse herausbekam, dann könnte er doch einfach so den Wagen holen . Sie hatte furchtbare Angst um den kleinen Kuppelporsche, an den sie sich schon so gewöhnt hatte.

Am nächsten Tag ging Daniela gleich zum Rechtsanwalt.Der versicherte ihr, dass der Vertrag, den sie seinerzeit mit diesem jungen Mann gemacht hatte, absolute Gültigkeit hatte. Sie war sehr froh über diese Nachricht und das stärkte ihr Selbstbewusstsein.

Von da an hatte sie nie mehr etwas gehört und gesehen von diesem Verehrer und geschenkt ist geschenkt.

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